Eine wässrige Lösung von Thioninacetat wird zu einer Lösung aus Natronlauge und Glucose gegeben. Die sich violettfärbende Lösung entfärbt sich nach einiger Zeit. Durch Schütteln kehrt die Violettfärbung wieder. Nach einiger Wartezeit tritt wieder Entfärbung ein. Dies lässt sich mehrfach wiederholen.

 

Verwendete Chemikalien

Chemikalie

GHS05 – Ätzwirkung

Gefahr

5 g Natriumhydroxid, NaOH – 40.00 g/mol

Ätznatron
CAS-Nr.: 1310-73-2 – EG-Nr.: 215-185-5
Met. Corr. 1, Skin Corr. 1A, Eye Dam. 1, WGK 1
H290 Kann gegenüber Metallen korrosiv sein. H314 Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden. P234 Nur in Originalverpackung aufbewahren. P260 Staub nicht einatmen. P280 Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/Gesichtsschutz tragen. P303+P361+P353 BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT (oder dem Haar): Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen. Haut mit Wasser abwaschen. P304+P340+P310 BEI EINATMEN: Die Person an die frische Luft bringen und für ungehinderte Atmung sorgen. Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt anrufen. P305+P351+P338 BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen. Sigma-Aldrich, 306576, SDB vom 02.03.2024

GHS07 – Ausrufezeichen

Achtung

0.25 g Thioninacetat, C14H13N3O2S – 287.33 g/mol

7-Amino-3H-phenothiazin-3-iminiumacetat (IUPAC), 3,7-Diaminophenothiazin-5-iumacetat, Thionin acetat, 3,7-Diamino-5-phenothiazinium acetat, C.I. 52000, Lauth's violett
CAS-Nr.: 78338-22-4 – EG-Nr.: 676-854-9
Skin Irrit. 2, Eye Irrit. 2, STOT SE 3, WGK 2
H315 Verursacht Hautreizungen. H319 Verursacht schwere Augenreizung. H335 Kann die Atemwege reizen. P280 Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/Gesichtsschutz tragen. P305+P351+P338 BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen. Thermo Fisher, A18912, SDB vom 30.01.2024

 

30 g d-(+)-Glucose, C6H12O6 – 180.16 g/mol

Hexose (IUPAC), Traubenzucker, Dextrose
CAS-Nr.: 50-99-7 – EG-Nr.: 200-075-1
WGK 1
Sigma-Aldrich, G5767, SDB vom 29.01.2024

 

Verwendete Geräte, Versuchsaufbau

500-ml-Schraubdeckelglas, 250-ml-Becherglas, 500-ml-, 100-ml- und 10-ml-Messzylinder, Waage, Glasstäbe

 

Versuchsdurchführung

Herstellung der Thioninacetat-Lösung 0.25 %: In einem Becherglas werden 99.75 g dest. Wasser vorgelegt und darin 0.25 g Thioninacetat gelöst.

Das Schraubdeckelglas wird mit 375 mL dest. Wasser befüllt, darin 5 g Natriumhydroxid und 30 g Glucose gelöst. Nun werden 5 mL der Thioninacetat-Lösung 0.25 % zugesetzt, kurz durchmischt, das Schraubdeckelglas verschlossen und bis zur Entfärbung stehengelassen.

Nach Entfärbung der Lösung wird das Glas kräftig geschüttelt. Die Lösung zeigt erneut eine Violettfärbung, welche nach kurzer Zeit wieder verschwunden ist. Der Vorgang kann so oft wiederholt werden, bis keine Glucose mehr vorhanden ist.

 

Reaktionsgleichung

Abb. 1 – Thioninacetat besitzt ein konjugiertes π-Elektronensystem, welches für die violette Farbe verantwortlich ist.
Abb. 1 – Thioninacetat besitzt ein konjugiertes π-Elektronensystem, welches für die violette Farbe verantwortlich ist.
Abb. 2 – Thioninacetat wirkt als Oxidationsmittel. Die Glucose wird zu Gluconsäure oxidiert und Thioninacetat zu Leuko-Thioninacetat reduziert. Das π-Elektronensystem ist nicht mehr vorhanden, die Rotfärbung verschwindet.
Abb. 2 – Thioninacetat wirkt als Oxidationsmittel. Die Glucose wird zu Gluconsäure oxidiert und Thioninacetat zu Leuko-Thioninacetat reduziert. Das π-Elektronensystem ist nicht mehr vorhanden, die Rotfärbung verschwindet.
Abb. 3 – Durch Schütteln diffundiert Sauerstoff aus der Luft in die farblose Lösung. Der Sauerstoff oxidiert das Leuko-Thioninacetat wieder zu Thioninacetat. Das π-Elektronensystem wird wieder hergestellt und die Violettfärbung kehrt zurück.
Abb. 3 – Durch Schütteln diffundiert Sauerstoff aus der Luft in die farblose Lösung. Der Sauerstoff oxidiert das Leuko-Thioninacetat wieder zu Thioninacetat. Das π-Elektronensystem wird wieder hergestellt und die Violettfärbung kehrt zurück.

 

Medien

 

Quellenangaben

[1]
A. Gerner. Filmexperimente im Chemieunterricht – Schwerpunkt Kohlenhydrate. Wissenschaftliche Hausarbeit im Fach Chemie. Universität: Marburg, 2010, 178–182. https://www.chids.de/dachs/wiss_hausarbeiten/Kohlenhydrate_Gerner/examensarbeit.html [28.02.2022]
[2]
M. Holfeld. Das Blue-Bottle-Experiment einmal anders. Prax. Naturwiss. Chem. 2000, 47 (3), 39–40. https://chemie-und-sport.de/flip/magie/index.html#10 [28.02.2022]

 

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